Sommercamp 2010 - Beschreibung

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Die Idee zu einem informellen Treffen, einem Sommercamp kombiniert mit Informationsveranstaltungen, wissenschaftlichem Programm und der „Taufe“ der neuen DAAD-Stipendiaten, ist während des Jahrestreffens des DAAD-Alumni-Klubs im Jahr 2009 entstanden. Am 22. und 23. August 2009 wurde die Idee zum ersten Mal erfolgreich realisiert.

Das Treffen war für die DAAD-StipendiatInnen des Jahres 2009 äußerst nützlich (der Vortrag über das Studium und das Leben in Deutschland aus studentischer Perspektive mit anschließender Diskussion dauerte statt der vorgesehenen 30 Minuten sogar 2 Stunden). Im letzten Jahr ist der Vorschlag unterbreitet worden, die Tradition des Sommercamps fortzusetzen, die neuen DAAD-StipendiatInnen aus den Nachbarländern ebenfalls zum Sommerlager einzuladen und das nächste Treffen in der Nähe von Molėtai zu veranstalten.

Daher organisiert der DAAD-Alumni-Klub Litauen in Zusammenarbeit mit dem DAAD-Informationszentrum Riga das binationale litauisch-lettische DAAD-Sommercamp 2010.

 Das Treffen verfolgt die folgenden Ziele:

- die neuen DAAD-StipendiatInnen aus Litauen und Lettland über Leben und Studium in Deutschland zu informieren,
- Kontakte zwischen den DAAD-Stipendiaten aus beiden Ländern aufzubauen,
- Kontakte zwischen den Mitgliedern des Klubs und den neuen Stipendiaten zu etablieren,
- eine engere Zusammenarbeit zwischen den litauischen und lettischen DAAD-Alumni-Vereinen anzuregen und
- bestehende Kontakte zwischen Mitgliedern des Klubs zu stärken und die neuen DAAD-Stipendiaten in die Tätigkeit des Klubs einzubeziehen.

Um die gestellten Ziele zu erreichen, sind die folgenden Maßnahmen vorgesehen:

- Vorträge und Berichte über die Deutschland-Erfahrung der Mitglieder des Klubs,
- Tipps für die neuen DAAD-StipendiatInnen,
- Organisation einer Kontaktmesse im Rahmen des Treffens,
- Weiterentwicklung der Kommunikationsfertigkeiten zwischen den DAAD-StipendiatInnen aus den verschiedenen Ländern,
- Entwicklung der sprachlichen Fertigkeiten der litauischen und lettischen DAAD-StipendiatInnen (im Rahmen des ganzen Programms werden die litauischen DAAD-StipendiatInnen und die Mitglieder des Klubs alle Informationen in die deutsche Sprache übertragen und mit ihren lettischen Kolleginnen und Kollegen auf Deutsch kommunizieren).

Das Treffen ist für das letzte Wochenende im August 2010 vorgesehen, wenn die meisten Mitglieder des Klubs sowie die neuen DAAD-Stipendiaten aus dem Urlaub zurück sind und vor dem Semesterbeginn noch etwas Zeit haben.

Das Programm wird auf zwei Tage verteilt:

Das Camp wird am ersten Tag um 13 Uhr mit der Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Leiter des DAAD-Informationszentrums Riga, Dr. Till Dembeck, und den Vorsitzenden des DAAD-Alumni-Vereins Litauen, Daumantas Katinas, eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßung werden sich alle neuen litauischen und lettischen DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten kurz vorstellen und über ihre Studienprogramme sowie Forschungsvorhaben berichten.

Zu Beginn ist ein  Vortrag von Till Dembeck zum Thema „Studienort Deutschland“ vorgesehen. Es folgt, wie auch im vergangenen Jahr, ein Erfahrungsbericht über das Leben und das Studium in Deutschland aus studentischer Perspektive von den jetzigen DAAD-Stipendiatinnen Justina Rusteikaitė (Universität Ulm) und Olga Smirnova (Universität Göttingen). Anschließend findet eine 50-minütige Diskussionsrunde statt, an der die ReferentInnen, die DAAD-StipendiatInnen und die Mitglieder des litauischen DAAD-Klubs teilnehmen. Es geht um aktuelle offizielle sowie alltägliche praktische Fragen.

Nach dem ersten Teil werden die Teams für die Zubereitung des Mittag- und Abendessens sowie des Frühstücks und für das Aufräumen der Räume gebildet. Die TeilnehmerInnen des Camps bereiten das gemeinsame Mittagessen und lernen einander dabei näher kennen.

Nach dem Mittagessen ist eine längere Erholungspause geplant. Während der Pause haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, eine Wanderung am See oder im Wald zu unternehmen, Gesellschafts- oder Ballspiele zu spielen, Beeren oder Pilze zu sammeln, Boot zu fahren u. Ä.

Nach dem gemeinsamen Abendessen werden sich die litauischen Gastgeber und die lettischen Gäste auf den Weg zum Observatorium Molėtai machen. In den Abendstunden wird dort eine astronomische Führung im Gebäude des Observatoriums und durch den nächtlichen Himmel organisiert. Während der Führung werden die litauischen StipendiatInnen alle auf Litauisch erhaltenen Informationen für ihre lettischen Freunde ins Deutsche übertragen und auf Deutsch diskutieren.

In den Nachtstunden wird ein Nachtprogramm am Lagerfeuer angeboten. An seiner Vorbereitung und der Realisierung arbeiten die jetzige DAAD-Stipendiatin Salomėja Blažytė (Universität Dresden) und die neue DAAD-Stipendiatin Justina Andriulevičiūtė (Goethe Universität Frankfurt/Main). Das Nachtprogramm mit deutschen, litauischen und lettischen Liedern und einem Deutschland-Quiz wird den ersten Tag des Camps abrunden.

Der zweite Tag beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück. Der erste Programmpunkt am 29. August ist das Museum für Ethnokosmologie in Kulionys, das im Jahr 1990 eröffnet worden ist. Das weltweit einzigartige Museum feiert, so wie auch die unabhängige Republik Litauen, in diesem Jahr ihr 20stes Jubiläum. Im Museum sind nicht nur Fernrohre sowie andere astronomische Geräte und Fotos, sondern auch ethnographische Gegenstände ausgestellt. Zugleich wird der Zusammenhang zwischen der Wissenschaft und dem litauischen Volksglauben aufgezeigt. Eine wissenschaftliche Führung im Museum mit  anschließenden Fragen und die Ausstellung selbst dienen unter Anderem als eine kurze Vorstellung Litauens aus einer wenig üblichen Perpektive. Mit der Austellung wie auch mit dem damit einhergehenden Dolmetschen lernen die litauischen DAAD-StipendiatInnen, ihr eigenes Land zu präsentieren, während ihre lettischen Freunde sich mit dem Nachbarland Litauen bekannt machen und die Fertigkeit des Rezipierens weiter entwickeln.

Nach dem Museumsbesuch essen die TeilnehmerInnen des Camps zum letzen Mal zu Mittag. Wie auch im letzten Jahr wird das Sommerlager mit einer Kontaktbörse beendet. Beim letzen Programmpunkt werden die neuen litauischen und lettischen DAAD-StipendiatInnen sowie die Mitglieder des DAAD-Alumni-Vereins Litauen ihre Kontaktdaten austauschen und sich voneinander bis zum Wiedersehen in Deutschland in diesem Jahr oder bis zum Wiedersehen in Litauen im Jahr 2011 verabschieden.

Nutzen des Sommercamps aus der Sicht des DAAD-Informationszentrums Riga

Das vom DAAD-Alumni-Klub Litauen veranstaltetes Sommercamp für ausreisende DAAD-Stipendiaten wird bewirken, dass die neuen Stipendiaten sofort an den örtlichen Alumni-Verein gebunden werden und sich so von Beginn an als Teilhaber eines weltumspannenden Netzwerks fühlen können. Damit wird langfristig auch die Alumni-Arbeit des DAAD vor Ort vereinfacht – und für Litauen der Fortbestand einer sehr lebendigen und engagierten Tradition gesichert. Der Einbezug lettischer Stipendiaten ist vor diesem Hintergrund nicht nur deshalb wichtig, weil das Alumni-Netzwerk so von Beginn an in seiner Internationalität sichtbar und weil das Deutsche als gemeinsame Sprache aufgewertet wird, sondern auch deshalb, weil in Lettland eben diese Tradition einer lebendigen Alumni-Gemeinschaft bislang fehlt. Vielleicht kann bei den neuen lettischen Stipendiaten ja Lust auf ein verstärktes eigenes Engagement nach der Rückkehr aus Deutschland geweckt werden.